Posts mit dem Label review werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label review werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 9. Mai 2015

Der Weinberg Gottes - das Carmel im Frankfurter Nordend

Um meinen Geburtstag nachzufeiern wurde ich von meinem Mann vergangenes Wochenende zum Essen eingeladen. Da wir diesen Abend ganz bewusst genießen wollten, haben wir keine Kamera mitgenommen. Aber dennoch möchte ich Euch von einem wunderschönen Abend in einem kleinen Restaurant berichten.

Israelische Küche im Frankfurter Norden

Da wir gerne Neues ausprobieren und prinzipiell von der orientalischen Küche angetan sind, hatte mein Mann das Carmel (soll zu Deutsch so viel wie "Weinberg Gottes" heißen) im Frankfurter Nordend ausgesucht. Auf der übersichtlichen Speisekarte findet man ausschließlich Gerichte der israelischen Küche; neben den klassischen französischen Weinen werden auch israelische und griechische Weine angeboten. Bis auf zwei Gerichte werden ausschließlich fleischhaltige Hauptspeisen angeboten, wobei das Restaurant mit einer sehr hohen Qualität seines auf dem Lavagrill gebratenen Fleisches wirbt.

Service

Wir hatten im Voraus einen Tisch reserviert, was ich durchaus empfehlen kann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist oder sicher gehen möchte, aber es sah ganz danach aus, als würden zwei Personen immer unterkommen. Wir kamen im strömenden Regen an und als wir noch unsere Schirme ausschüttelten, öffnete uns der aufmerksame Kellner die Tür und nahm sich unserer nassen Sachen an. Er führte uns zu unserem Tisch unter einem Kronleuchter und brachte uns innerhalb kürzester Zeit die Karte, verwies dabei noch auf die Tageskarte und ließ uns dann ausreichend Zeit, unsere Speisen und Getränke auszuwählen. Der Service war im Großen und Ganzen sehr gut und schnell. Der Kellner machte einen kompetenten, höflichen Eindruck und hielt sich dezent im Hintergrund.

Speisen und Getränke

Wir hatten uns für eine Portion Hummus mit Pitabrot entschieden, wobei der Hummus zwar wunderbar cremig war, es aber etwas an Pitabrot mangelte, um die ganze Portion aufzunehmen. Im Anschluss daran hatten wir uns Hähnchenspieße vom Lavagrill mit Bulgur und verschiedenen Salaten bestellt. Das Hähnchen war überaus zart, sehr saftig und wunderbar aromatisch - der Lavagrill hatte ganze Arbeit geleistet. Der Bulgur war Bulgur, die Salate bestanden größtenteils aus eingelegtem Gemüse. Der israelische Rosé, den wir zum Essen hatten, war sehr leicht und frisch, schmeckte im Abgang nach Cranberries, was uns angenehm auffiel.

Fazit

Abschließend kann ich zusammenfassen, dass das Carmel vor allem mit seinem stilvollen Ambiente und seinem kompetenten Servicepersonal punkten kann. Das Essen ist auf jeden Fall einen Versuch wert und vor allem Gäste, die gerne Fleisch essen, kommen auf ihre Kosten. Die Beilagen sind nichts besonderes, wenn man die orientalische Küche kennt, doch für Neulinge auf dem Gebiet sicher interessant. Wer also experimentierfreudig ist und nach einer Abwechslung im mittleren Preissegment sucht, der ist im Carmel wunderbar aufgehoben.

Mittwoch, 8. April 2015

Hotel Review - Gotyk Hotel, Toruń (Thorn), Polen

Endlich eine Richtung

Nachdem es auf meinem Blog ja einiges an hin und her gab und ich mich einfach nicht entscheiden konnte, welche Richtung ich einschlagen will, möchte ich mich nun endlich festlegen. Von jetzt an geht es hier in erster Linie um die Welt der schönen Dinge: Reisen, gutes Essen und Rezepte, Restaurants... über all das möchte ich in Zukunft schreiben - und heute damit beginnen.
Wer mir ein bisschen auf Youtube folgt, hat ja sicher schon gehört, dass ich Ende März stark mit der Planung meines nächsten Urlaubs beschäftigt war. Mittlerweile bin ich im Urlaub und möchte Euch  in diesem und meinen nächsten Blogposts ein bisschen auf dem Laufenden halten und über mein aktuelles Reiseziel informieren.

Toruń (Thorn) 

Momentan bin ich in Toruń unterwegs, einer Stadt in der Woiwodschaft (so etwas wie ein Bundesland) Kujawien-Pommern, mit ca. 200.000 Einwohnern. Toruń hat eine wunderbar romantische Altstadt und liegt direkt an der Weichsel - aber über die Vorzüge dieser Stadt später mehr. Heute soll es erst einmal um das Hotel gehen, in dem ich mich für 6 Nächte einquartiert habe.

Das Hotel Gotyk

Das Hotel Gotyk liegt sehr zentral - direkt in der Altstadt (Piekary 20). Alle Sehenswürdigkeiten sind in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Es gibt 6 hoteleigene Parkplätze direkt vor dem Eingang, die gegen eine Gebührt von ca. 6€/Tag zu mieten sind. Möchte man kostenlos parken oder sind alle Parkplätze belegt, muss man sich auf eine beschwerliche Suche begeben und unter Umständen mit einem noch teureren oder sehr weit vom Hotel entfernten Parkplatz vorlieb nehmen.
Im Zimmerpreis mit inbegriffen ist ein Frühstücksbuffet, das sehr reichhaltig ausfällt, aber für deutsche Geschmäcker aufgrund seiner Fleischlastigkeit zunächst gewöhnungsbedürftig erscheinen mag. Es gibt eine Vielzahl lokaler Wurstspezialitäten, polnischen Frischkäse, Eier und verschiedene Brotsorten, aber auch etwas Müsli oder Cerealien. Ich rate sehr dazu, die ganzen regionalen Optionen einmal zu probieren, denn vieles schmeckt überraschend gut und man bekommt einen besseren Eindruck von dem Leben der Menschen, wenn man sich auf diesen Teil ihrer Kultur einlässt.

Die Zimmer

Nun aber zum wichtigsten Aspekt eines Hotels - die Zimmer. Ich muss vorweg nehmen, dass ich das Hotel Gotyk ausgesucht hatte, weil ich unbedingt in den gotischen Zimmern, die auf der Internetseite und in dem unten gezeigten Prospekt abgebildet sind, wohnen wollte. Ich liebe diese Art von Zimmer und wollte mir für den Urlaub etwas gönnen. 



Tja, das war wohl nichts. Mein Zimmer ist zwar sauber und das Badezimmer noch relativ neu, aber es hat nichts - wirklich gar nichts- von Gotik. Wie Ihr auf den folgenden Bildern sehen könnt, besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen dem, was angepriesen wird und dem, was man schlussendlich bekommt. Das Zimmer ist klein und gleicht von der Einrichtung her eher einer Jugendherberge als einem gotischen Hotel. Das Doppelbett ist nur ca. 1,20m breit und knarzt bei jeder Bewegung (zu zweit darin zu schlafen ist alles andere als ruhig und erholsam). Und das für 48€ pro Nacht. Für dieses Geld könnte man in Toruń weitaus besser wohnen.






Der Service

Auch der Service lässt, leider Gottes, sehr zu wünschen übrig. Zwar wird jeden Tag Staub gesaugt und das Bett gemacht, aber das war's dann auch schon. Die Bettwäsche wird während des Aufenthalts  nicht gewechselt und, was noch schlimmer ist, die Handtücher auch nicht. Aus anderen Hotels bin ich es gewöhnt, das ein Handtuch auf dem Boden bedeutet, dass man es gerne ausgewechselt haben möchte. Hier wird das Handtuch vom Boden einfach wieder aufgehängt. Oh, wie ich es liebe, mir mein Gesicht mit einem Handtuch vom Boden abzutrocknen - NICHT. 


Fazit

Leider muss ich sagen, dass ich das Hotel Gotyk nicht weiterempfehlen würde. Ich bin selbst sehr enttäuscht und ärgere mich, so viel Geld für solch ein Zimmer ausgegeben zu haben, denn ich wollte wirklich gerne "gotisch" wohnen und hatte mich im Vorhinein riesig auf das Zimmer gefreut. Ich muss sagen, ich fühle mich betrogen. Der mäßige Service und die alten Handtücher sind nur das Sahnehäubchen. Beim nächsten Mal würde ich mich wohl für das Hotel 1231 entscheiden, denn das, was ich bislang davon gesehen habe, spricht mich wesentlich mehr an.